Lexikon der Neurowissenschaft

Gesichtererkennung

Wie wichtig die Gesichtererkennung für das normale soziale Leben ist, wird erst richtig deutlich bei Menschen, die von Geburt an oder bedingt durch erworbene Hirnschäden zu dieser Leistung nicht fähig sind (sog. Prosopagnostiker; Prosopagnosie). So werden sie häufig als "unhöflich" empfunden, weil sie ihnen bekannte Menschen, denen sie zufällig auf der Straße begegnen, nicht schnell genug identifizieren können, um sie entsprechend zu begrüßen. Auch kann es sein, daß sie Personen, die still stehen, nicht als Menschen identifizieren, sondern wie Gegenstände "übersehen". Als Folge leben sie oft in sozialer Verarmung.

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