Lexikon der Neurowissenschaft

Gliazellen

Mikrogliazellen wirken als zelluläres Abwehrsystem der Nervensysteme von Wirbeltieren wie Wirbellosen und stellen eine Verbindung zwischen neuralem Gewebe und dem Immunsystem dar. Sie können lokal aktiviert werden (reaktive Mikroglia), z.B. durch Entzündungen, Infektionen, Verletzungen, Toxine, Sauerstoffmangel oder auch während neurodegenerativer Vorgänge, und werden dann zu motilen Freßzellen (makrophagenähnlich), die sterbende Zellen erkennen und wegräumen können. Sie besitzen ein großes Repertoire von Reaktionen, wie z.B. Bildung von Molekülen (z.B. Cytokine), Erkennung von fremden Eiweißen, erhöhte Teilungsrate u.a., um bei Bedarf in das zellpathologische Geschehen eingreifen zu können. Mikrogliazellen sind selbst auch mit einer Reihe von Rezeptoren, z.B. für Cytokine und Wachstumsfaktoren, ausgestattet. Auch bei Regenerationsvorgängen spielen Mikrogliazellen eine herausragende Rolle, u.a. durch Freisetzung von Wachstumsfaktoren und Neuromodulatoren.

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