Lexikon der Neurowissenschaft

Gruppe

1962 stellte C. Wynne-Edwards die Hypothese der Gruppenselektion auf, nach der Gruppenstrukturen als Evolutionseinheiten anzusehen sind und phylogenetisch entsprechende Anpassungsmechanismen entstanden sind, welche für ihren Fortbestand und ihre Entwicklung sorgen. Dies konnte bisher jedoch bisher nicht bewiesen werden. Die Soziobiologie zeigt, daß es der Annahme einer Gruppenselektion nicht bedarf, da alle Entwicklungen, die zu mehr oder weniger komplexen Gruppenstrukturen führen, ausschließlich auch durch die Individualselektion erklärbar sind. Dies bedeutet, daß Gruppenstrukturen in erster Linie Anpassungsvorteile für das Individuum mit sich bringen und daher einen positiven Selektionswert besitzen. Wie der Artbegriff erweist sich der Begriff der Gruppe als ein mehr einteilend beschreibender und weniger biologisch funktioneller Begriff.

[Drucken] [Fenster schliessen]