Lexikon der Neurowissenschaft

Halluzination

Form von Halluzination Merkmale
akustische Halluzination häufige Form, z.B. Stimmenhören bei Schizophrenie, Hörbahn- und Schläfenlappenschädigung
alkoholische Halluzination akustische Halluzination, die noch über Monate der Abstinenz anhalten

kann; verfälschte Wahrnehmungen im Delirium tremens sind Illusionen
elementare Halluzination ungestaltete Täuschung, z.B. Photopsien (licht-, blitz- oder funkenartige Erscheinungen) und Akoasmen (akustische Täuschungen wie Dröhnen, Poltern, Donnern)
gustative Halluzination Sinnestäuschung des Geschmacks (Parageusie), meist unangenehm, z.B. bei Schizophrenie und Epilepsie
haptische Halluzination, taktile Halluzination Mißempfindungen wie Stiche, Elektrisieren, Bestrahlen, Berührung usw. im Bereich der Hautsinne; vor allem bei Schizophrenie (Involutionspsychose) und Vergiftungen
hypnagoge Halluzination, hypnopompe Halluzination Visuelle, auditorische oder taktile Täuschungen mit oft traumähnlichem Charakter, die beim Einschlafen bzw. Aufwachen entstehen, auch bei Schlaflähmung, und flüchtig-affektionslos bis furchterregend sein können; häufig ist man dabei wach und gerade deshalb so verwirrt, weil sich reale

und imaginäre Wahrnehmungen vermischen.
kinästhetische Halluzination Bewegungstäuschungen
makropsychische Halluzination, Gulliver-Halluzination optische Halluzination, bei der die halluzinierten Menschen als Riesen erscheinen
olfaktorische Halluzination, Phantosmie Geruchstäuschung, meist unangenehm, z.B. bei Schizophrenie und

Epilepsie
optische Halluzination, visuelle

Halluzination
Der Patient glaubt, Photopsien oder aber ganze gegenständliche Szenerien (Personen, Tiere usw.) und Abläufe wahrzunehmen;

kommt im Delirium und bei Epilepsien vor, außerdem bei bestimmten

Formen der Migräne und nach Erblindung
komplexe Halluzination Trugwahrnehmung mit ausgestaltetem Inhalt, ganzen Szenerien und Abläufen

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