Lexikon der Neurowissenschaft



Hypophyse

Abb. 2: Phylogenetische Differenzierung der Hypophyse:

Bei Crossopterygiern (Quastenflosser, altertümliche Knochenfische) besteht noch eine offene Verbindung zwischen Hypophysenvorderlappen und dem Rachendach; diese wird bei Myxinoidea (Schleimfische) und Selachii (Haie) geschlossen, existiert aber noch als Gang. Teleostier (Echte Knochenfische) besitzen noch Reste des Ganges als Aushöhlungen in der Adenohypophyse. Erst bei Amphibien kommt es zu einer deutlichen Trennung zwischen dem Vorderlappen und den anderen Bereichen. Bei ihnen und den höheren Wirbeltieren ist die Adenohypophyse mit der Eminentia mediana durch Blut-(Portal-)Gefäße verbunden (Pfeile zwischen Em und Pd). Der Hypophysenzwischenlappen (Pars intermedia) ist dann sehr variabel gestaltet: relativ groß z.B. bei Nagetieren, fehlend bei Walen, Gürteltieren und Vögeln, und beim Menschen zu einer rudimentären Zwischenzone reduziert. Bei Säugern ist der Hypophysenhinterlappen am stärksten entwickelt; Sauropsiden (Reptilien und Vögel) haben dagegen einen auffallend entwickelten Hypophysenvorderlappen.

Em Eminentia mediana (dem medialen Hypothalamus als Vorderseite des Infundibulums zugehörig; kurze Portalgefäße - durch Pfeile angedeutet - schaffen Kontakt zur Adenohypophyse). In Infundibulum, Pd Pars distalis (Hypophysenvorderlappen), Pi Pars intermedia (Hypophysenzwischenlappen) - Pd und Pi bilden zusammen die Adenohypophyse -, Pn Pars nervosa (Hypophysenhinterlappen, Neurohypophyse).

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