{"title":"Angst: Zusatzinfo III","body":"<STRONG>Angst<\/STRONG>\n<P><I>unbewu&#223;tes Angstged&#228;chtnis:<\/I><BR><\/BR>Da&#223; das Angstged&#228;chtnis unabh&#228;ngig ist vom <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/3793'>expliziten Ged&#228;chtnis<\/A> und unbewu&#223;t wirksam werden kann, hat erstmals der Genfer Arzt und Psychologe Edouard Clapar&#232;de (1873-1940) Anfang des 20. Jahrhunderts erkannt. Er behandelte eine Patientin mit <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/694'>anterograder Amnesie<\/A>, die sich keine neuen Ereignisse mehr merken konnte. Bei jeder Begegnung mu&#223;te er sich ihr neu vorstellen. Einmal hielt er bei der Begr&#252;&#223;ung einen Rei&#223;nagel in der Handfl&#228;che verborgen, was bei der Patientin Schmerz und Schreck ausl&#246;ste. Beim n&#228;chsten Treffen weigerte sie sich, dem Arzt die Hand zu sch&#252;tteln, obwohl sie daf&#252;r keine vern&#252;nftige Erkl&#228;rung geben konnte. Clapar&#232;de schlo&#223; daraus, da&#223; sich hier ein zweites, unbewu&#223;tes Ged&#228;chtnis warnend bemerkbar gemacht hatte, obwohl sich die Patientin an den Grund ihrer Aversion nicht mehr erinnern konnte.<\/P>"}