{"title":"Angst: Zusatzinfo IV","body":"<STRONG>Angst<\/STRONG>\n<P><I>Neurotransmitter und Angst:<\/I><BR><\/BR>Bei der Entstehung von Angst spielen verschiedene <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/8752'><I>Neurotransmitter<\/I><\/A> eine Rolle: <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/4854'>Glutamins&#228;ure<\/A> (&#252;ber die NMDA- und AMPA-Rezeptoren), <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/69'>Acetylcholin<\/A> und <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/11758'>Serotonin<\/A>. Die Wirkung von Psychopharmaka - <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/1372'>Benzodiazepine<\/A> (wie <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/2812'>Diazepam<\/A>) und Serotonin-Agonisten - legt nahe, da&#223; ein Mangel an GABAerger und serotonerger &#220;bertragung an der Ursache von <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/645'>Angstst&#246;rungen<\/A> beteiligt ist. Daf&#252;r sprechen auch Experimente mit Knock-out-M&#228;usen, bei denen gentechnisch bestimmte Rezeptoren ausgeschaltet wurden. Tierversuche zeigten, da&#223; lokale Infusionen von Benzodiazepinen in die an GABA<SUB>A<\/SUB>-Rezeptoren reiche Amygdala angstvermindernde Auswirkungen haben, w&#228;hrend GABA-Antagonisten diese anxiolytischen Effekte blockieren. Im <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/7089'>limbischen System<\/A> sind viele <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/9235'>Opiatrezeptoren<\/A> vorhanden. <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/9233'>Opiate<\/A> scheinen z.B. bei der Trennungsangst eine Rolle zu spielen. Wird ein Jungs&#228;uger von der Mutter isoliert, werden Opiat-ausl&#246;sende Neuronen gehemmt, so da&#223; sich ein Mangel an Wohlbefinden einstellt und Kontaktrufe erfolgen. Durch Opiat-Zugabe nehmen diese ab, durch die Infusion von Opiathemmern zu. Au&#223;erdem wurde aus dem Gehirn von Mensch und Ratte ein Peptid aus 105 Aminos&#228;uren isoliert, das in der Lage ist, Angstzust&#228;nde zu erzeugen. Es ist ein <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/2813'>Diazepam-Bindungsinhibitor<\/A> (DBI), wahrscheinlich ein nat&#252;rlicher Ligand des <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/1373'>Benzodiazepinrezeptors<\/A>, dem Wirkort vieler <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/13131'>Tranquilizer<\/A>, der seinerseits die Bindungskonstante des GABA-Rezeptor-Kanals moduliert. DBI ist nicht gleichm&#228;&#223;ig im Gehirn verteilt, sondern in Gebieten konzentriert, die f&#252;r Emotionen eine Rolle spielen, und hier wiederum in Bereichen mit besonders hoher Konzentration an <A href='\/abo\/lexikon\/neuro\/4449'>GABA-Rezeptoren<\/A>.<\/P>"}