Lexikon der Neurowissenschaft

magnetischer Sinn

Am besten untersucht ist der der Magnetfeldorientierung zugrundeliegende Mechanismus bei Magnetbakterien aus dem Bodenschlamm von Gewässern; diese Bakterien schwimmen im Freiwasser den Magnetfeldlinien entlang zum Magnetpol hinunter zum Schlamm. Die Bakterien sind zu klein, als daß sie dem Schwerefeld folgend nach unten sinken könnten. Als Rezeptoren enthalten die Bakterien 10-20gliedrige Ketten von membranumhüllten, 50 nm großen Magnetit-(Fe3O4-) Würfeln, sogenannte Magnetosomen. Vermutlich wird das mechanische Drehmoment bei der Abweichung der Dipolrichtung der Magnetosomen von der Richtung des Außenfelds zur Steuerung der Schwimmbewegung verwendet. Bei Wachstum auf eisenfreiem Medium verschwinden die Magnetitkristalle und die Fähigkeit zur Magnetfeldorientierung.

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