Lexikon der Neurowissenschaft

Mollusken-Nervensystem

2 Während der Embryonalentwicklung der Gastropoda entsteht der Eingeweidesack als dorsale Ausstülpung. Dieser Teil wächst schneller als die Bauchseite (Ventralseite), so daß er mehr und mehr nach hinten, in Richtung der Längsachse verlagert wird. Dadurch erfahren Mund und After eine deutliche Annäherung. In der weiteren Entwicklung kommt es zu einer mehr oder weniger starken Torsion dieses Eingeweidesackes um seine Längsachse, also der Dorsoventralachse des Tieres. Die Torsion kann im Extremfall 180° betragen. Dieser Vorgang bleibt nicht ohne Auswirkung auf die Anatomie. Die zunächst nach hinten orientierten Kiemen und Exkretionspori wandern nach vorne, und das linke Parietalganglion gelangt auf die rechte Seite und umgekehrt. Dabei überkreuzen sich auch die Pleurovisceralstränge (Chiastoneurie). Wird diese Überkreuzung sekundär wieder rückgängig gemacht oder kommt es zu einer frühzeitigen Verlagerung der Ganglien nach rostral, so daß die Pleurovisceralstränge nicht in die Torsion einbezogen werden, so bezeichnet man dies als Euthyneurie.

[Drucken] [Fenster schliessen]