Lexikon der Neurowissenschaft

Neuropsychologie

2 Ziele der neuropsychologischen Diagnostik:

1) Beurteilung, ob ein Hirnschaden oder eine Hirnfehlfunktion vorliegt;

2) deren Lokalisation;

3) Erleichterung und Optimierung von Pflege und Rehabilitation des Patienten;

4) Feststellung durch wiederholtes Testen, ob und wie schnell sich der Patient erholt;

5) Abschätzung der Rehabilitationschancen und Wissen um die Defizite; auch, um den Patienten und seine Angehörigen zu informieren und um eine Grundlage für eine realistische Lebensführung zu geben;

6) Nachweis leichter Störungen, wo andere Testverfahren versagen oder zweideutige Ergebnisse liefern, z.B. bei Schädel-Hirn-Traumen oder ersten Auswirkungen einer degenerativen Erkrankung;

7) Identifikation ungewöhnlicher Lokalisationen, z.B. bei manchen Linkshändern, bei Entwicklungsabweichungen nach kindlichen Hirnschädigungen oder nach chirurgischen Eingriffen; dies ist auch wichtig, um bei Operationen ggf. wichtige Hirnareale wie das primäre Sprachzentrum nicht zu zerstören.

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