Lexikon der Neurowissenschaft



Plastizität im Nervensystem

Abb. 2: Aussprossende Axone der Pyramidenbahn.

A Schematische Darstellung

a intaktes Zentralnervensystem mit Pyramidenbahnen

b Nach einer Verletzung des Rückenmarks oder einer Schädigung der Hirnrinde kann es zum Ausfall einer Pyramidenbahn kommen. Da jede Pyramidenbahn normalerweise eine Hälfte des Rückenmarks innerviert, kommt es zur Denervation dieser Rückenmarksseite. Im jungen Zentralnervensystem können nun die Fasern der verbliebenen Pyramidenbahn neue Kollateralen bilden, welche über die Mittellinie wachsen und die denervierten Gebiete wieder innervieren (Kasten).

B Histologische Darstellung

Hier wurden nach einer Läsion der Pyramidenbahn einer Seite die Fasern der verbliebenen Pyramidenbahn mit einem Tracer markiert (Pyr, dunkle Markierung). Einige Fasern, die normalerweise nur die ipsilaterale Seite des Rückenmarks (ipsi) innervieren, bilden neue Kollateralen (Pfeile), die im rechten Winkel abgehen, über die Mittellinie hinweg wachsen und die denervierte Seite (contra) re-innervieren.

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