Lexikon der Physik



Vakuum 1: Die Abbildung zeigt, wie der Wasserheber des Empedokles - eine Klepshydra - funktioniert. Wir können seine Beobachtung in vier Schritte zerlegen. Ist a) der Hals der eingetauchten Klepshydra geschlossen, dringt kein Wasser durch die Löcher am Boden in sie ein. Wird b) der Hals geöffnet, geschieht gleichzeitig zweierlei: Wasser tritt von unten ein, und Luft entweicht nach oben als ›dichtgedrängter Strom‹, wie Empedokles schreibt ([3], S. 227). Daraus schließt er, daß die Luft eine Substanz und nicht leerer Raum ist. Denn Luft und Wasser können sich nicht gleichzeitig in demselben Raum befinden. Die dritte Teilbeobachtung ist spektakulär. Sie hat das Klepshydra-Experiment für 2000 Jahre berühmt gemacht: Wird c) die mit Wasser gefüllte Klepshydra bei wieder geschlossenem Hals aus dem Wasser gehoben, verbleibt das Wasser in ihr. Erst wenn die obere Öffnung freigegeben wird, fließt d) das Wasser heraus und ›stürmt die Luft brausend mit wildem Schalle‹ nach. Verkennt man die Rolle des äußeren Luftdrucks, oder weiß man nichts von ihm, kann man den Eindruck gewinnen, die Natur setze der Entstehung eines leeren Raumes Widerstand entgegen.

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