Lexikon der Biologie



Brust



Neben ihrer Funktion beim Stillen (Brustsuchen) kommt der menschlichen weiblichen Brust (Brüste; umgangssprachlich auch Busen [im anatomischen Sinne = Sinus mammarum = Einbuchtung zwischen den Brüsten] genannt) eine besondere Bedeutung als sexuelles Signal im Rahmen des Werbeverhaltens zu. Für die Funktion des Stillens wäre der formgebende Fettkörper nicht notwendig, was z. B. bei den anderen stillenden Säugern, insbesondere den anderen Primaten, deutlich wird, die nur vorübergehende, hormonabhängige Brustanschwellungen zeigen und ansonsten flache Brüste aufweisen; lediglich Bonoboweibchen (Bonobo) zeigen ausgeprägtere Brüste. Die permanent vergrößerte Brust demonstriert die fortwährende sexuelle Empfängnisbereitschaft der Frau. Hypothesen zur Korrelation zwischen Brustgröße und Stillfähigkeit haben sich als nicht zutreffend erwiesen. Die produzierte Milchmenge wird allein über Frequenz und Stärke des kindlichen Saugens sowie über die mütterliche Nahrungsversorgung determiniert. Größere Brustwarzen und weniger Fettgewebe würden dem Säugling sogar das Saugen an der Brust erleichtern.

Desmond Morris geht davon aus, daß der "Sexappeal", den weibliche Brüste auf Männer ausüben, dadurch zustande kommt, daß die Brüste die phylogenetisch ältere Signalfunktion der Gesäßbacken imitieren und damit als starkes erotisches Signal wirken. Quasi im Laufe der Evolution auf die Vorderseite des Körpers gerückt, übermittelt die weibliche Brust sexuelle Signale, ohne dem Partner den Rücken kehren zu müssen, und erleichtert damit typisch menschliche frontale Paarungsstellungen, bei denen beim Sexualakt wichtige bindende mimische Signale übermittelt werden können. Sicher ist, daß die ausgewachsene weibliche Brust ein Reifesignal fortpflanzungsfähig gewordener Frauen darstellt. Attraktivität, Brustsuchen, Brustweisen . J.Be.





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