Lexikon der Biologie



CAMs



CAMs besitzen eine oder mehrere Immunglobulin-Domänen, gehören also zu einer Immunglobulin-Superfamilie. Man unterscheidet zwischen primären CAMs, die sehr früh in der Embryonalentwicklung exprimiert werden, und sekundären CAMs, die später und mit höherer Gewebespezifität ausgeprägt werden. CAMs wie N-CAM, Ng-CAM oder L-CAM sind für homotype Kontakte zwischen Zellen verantwortlich. Sie werden zusammen mit Cadherinen vor allem während der Embryonalentwicklung, aber auch im adulten Organismus gebildet. Die durch CAMs entstehenden Zellkontakte sind schwächer als die Cadherin-vermittelten und für Regulation und Feinabstimmung der adhäsiven Wechselwirkungen in der Embryonalentwicklung und zur Regeneration wichtig. Andere Mitglieder der Immunglobulin-Superfamilie sind verantwortlich für heterotype Wechselwirkungen zwischen Zellen. ICAM-1 wird konstitutiv oder nach Aktivierung auf vaskulären Endothelzellen exprimiert. Leukocyten binden über Integrine (LFA1; LFA) an ICAM-1, werden am Gefäßendothel adhärent und können ins Gewebe migrieren (Entzündung, Blutzellenadhäsion). ICAM-2 (CD102) wird konstitutiv durch Endothelzellen exprimiert. Weitere Mitglieder dieser Familie sind V-CAM (vascular cell adhesion molecule, CD106), PECAM (platelet/endothelial cell adhesion molecule, CD31) und MAdCAM (mucosal addressin cell adhesion molecule; MAdCAM-1). Sie werden durch verschiedene Zelltypen konstitutiv oder nach Aktivierung gebildet. Zu den CAMs können auch die Mitglieder der CEA-Genfamilie (carcinoembryonales Antigen) gezählt werden, die in Normalgewebe und Tumoren, besonders in Colon-Tumoren, zu finden sind, wo sie Adhäsion zwischen den Zellen vermitteln. Die stark glykosylierten, integralen Membranproteine dienen als Liganden für Selektine. Teilweise sind sie, wie andere Mitglieder der Immunglobulin-Superfamilie auch, über Phosphatidylinositol-Anker (Phosphatidylinositol-Metabolismus) in die Plasmamembran eingebunden. Eine Subgruppe der CEA-Genfamilie bilden die PSGs (pregnancy specific glycoproteins), die sezerniert werden und im mütterlichen Serum nachweisbar sind. K.G./M.B.





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