Lexikon der Biologie



Capsaicin



Der Capsaicin-Rezeptor läßt nach Capsaicin-Bindung Natrium- und Calciumionen in die Zelle strömen, ruft so eine Depolarisierung der Membran hervor und sendet ein Schmerzsignal an das Rückenmark. Die Vanilloid-Struktur des Capsaicins ist für die Wirkung am Rezeptor essentiell. Daher wird dieser Ionenkanal, ein Protein aus 838 Aminosäuren mit einer relativen Molekülmasse von 95 000, zur Gruppe der Vanilloid-Rezeptoren (Subtyp I; Kurzbezeichnung VR1) gezählt. Dieser Rezeptor reagiert auch auf Hitzereize und ist vermutlich für deren Wahrnehmung und Weiterleitung als Schmerz zuständig. Capsaicin enthaltende Nahrungsmittel werden deshalb als scharf empfunden, weil sie den gleichen sensorischen Rezeptor auf den Neuronen stimulieren wie Hitze. Verschiedene Capsicum-Gewächse wirken unterschiedlich stark. Diese unterschiedliche Fähigkeit, Schmerz hervorzurufen, korreliert mit ihrer jeweiligen Aktivität am Rezeptor. Die bereits 1997 gelungene Klonierung des Gens für den Capsaicin-Rezeptor eröffnet neue Möglichkeiten in der Entwicklung von Schmerzmitteln.





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