Lexikon der Biologie



Carbamate



Die Herbizidwirkung von Carbamaten wurde 1929 von G. Friesen entdeckt. Die Grundsubstanz Ethyl-N-phenylcarbamat (Phenylurethan) und ihre Abkömmlinge Isopropyl-N-phenylcarbamat (Propham) und N-3-Chlorphenyl-isopropylcarbamat (Chlorpropham) werden vor allem als Keimhemmer für die Kartoffellagerung eingesetzt. Die Wirkung dieser Herbizide geht, ähnlich wie beim Benomyl, auf die Hemmung der pflanzlichen Zellteilung zurück. Der Einbau von Tubulindimeren in den wachsenden Pol pflanzlicher Mikrotubuli wird durch Phenylurethan, Propham und Chlorpropham gehemmt, während die Depolymerisierung am schrumpfenden Pol weiterläuft. Dadurch werden die Mikrotubuli immer kürzer und verschwinden schließlich ganz. Im Gegensatz zu vielen anderen Hemmstoffen der Zellteilung, wie z. B. Colchicin, ist die Wirkung der Carbamatherbizide auf pflanzliche Mikrotubuli beschränkt.





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