Lexikon der Biologie



Cerebralisation



Die Gehirne von zwei ähnlich angepaßten und nahe verwandten, aber verschieden großen Säugerarten zeigen Unterschiede. Die größere Art hat ein größeres Gehirn als die kleine. Da bei größeren Tieren eine größere Körperperipherie innerviert werden muß, brauchen diese für die gleiche Leistung ein größeres Gehirn als kleine Tiere. Da die Hirngewichtszunahme aber nicht proportional mit dem Körpergewicht zunimmt, haben große Arten ein absolut höheres, aber relativ geringeres Hirngewicht als kleinere Arten. Die Gehirne von zwei gleich großen Arten verschiedener Differenzierungshöhe zeigen ebenfalls Unterschiede. Die "höher evoluierte" Art besitzt ein größeres und weiter differenziertes Gehirn. Die Gehirngröße ist hier Ausdruck der Cerebralisation. Körpergröße und Cerebralisation sind zwei wesentliche Faktoren, welche die Gehirngröße beeinflussen. Diese Beziehungen können durch die sog. Snellsche Formel (1891):

H = c · Kr beschrieben werden; H = Hirngewicht, K = Körpergewicht, r = somatischer Exponent, der die Abhängigkeit von Hirngröße und Körpergröße beschreibt, c = andere Faktoren als Körpergewicht, die Einfluß auf das Hirngewicht haben, hier vor allem die Cerebralisation. Der Faktor c ist damit ein wesentliches Maß für die Cerebralisation eines Gehirns.





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