Lexikon der Biologie



Cerebrospinalflüssigkeit



Die Cerebrospinalflüssigkeit wird 3–5mal pro Tag erneuert. Sie hat schützende, Metaboliten klärende, nutritive und regulatorische Aufgaben im Zentralnervensystem. Die Cerebrospinalflüssigkeit setzt sich zusammen aus:

a) Primärliquor (50–70% des Gesamtvolumens), gebildet in den Plexus chorioidei der inneren Liquorräume; enthält vorwiegend Präalbumin und Albumin, die über Pinocytose von den Plexusepithelien abgegeben werden.

b) Intramuralliquor (30% des Gesamtvolumens), gebildet in den Gehirnkapillaren, fast proteinfrei.

c) Oxidationswasser, entsteht beim oxidativen Abbau von Glucose in den Gehirnzellen und wird in den Liquor abgegeben.

d) Hirnhautliquor, gebildet in den weichen Hirnhäuten (über Menge und Zusammensetzung ist wenig bekannt).

e) Sekundärliquor, Proteine und Elektrolyte des Blutplasmas, die über die Blut-Hirn-Schranke dem Liquor zugemischt werden.

Verschiedene Hormone, Neurotransmitter und Prostaglandine beeinflussen neben Medikamenten die Bildung von Primärliquor, bestimmte Bakterientoxine führen zu einer Proteinvermehrung im Primärliquor. Die Resorption des Liquors erfolgt "saugpumpenartig" durch die Arachnoidvilli in die Venen im Schädel und Rückenmarkskanal (proteinreichere Liquors werden verlangsamt resorbiert; vermehrte Zellzahlen führen zum "Verkleben" der Arachnoidvilli und können die Ausbildung eines Hydrocephalus [Wasserkopf] zur Folge haben).





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