Lexikon der Biologie





chemische Sinne



Geruchssinn:

Die Qualität und Intensität des bei der Wechselwirkung eines Moleküls mit einem Rezeptor hervorgerufenen Geruchseindrucks hängen sowohl von der Geometrie als auch von den funktionellen Gruppen des Moleküls und damit auch besonders von seiner Orientierung am Rezeptor (unter anderem bestimmt durch den Dipolvektor) ab. Die Bedeutung der Molekülgeometrie zeigt sich bei den Verbindungen 1–4, die trotz verschiedener funktioneller Gruppen alle campherartig riechen: die 4 Moleküle haben annähernd gleiche kompakte, nahezu sphärische Form. Ersetzt man in der moschusartig riechenden Verbindung 5 den Ringsauerstoff O durch NH (6) oder NMe (7), so bleibt der moschusartige Geruch auch bei 6 und 7 erhalten, nicht aber, wenn der Sauerstoff durch eine Carbonylgruppe (CO) ersetzt wird: die Verbindung 8 ist geruchlos, da sie weniger flüchtig ist und eine Änderung des Dipolvektors aufweist (Änderung der Orientierung am Rezeptor).

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