Lexikon der Biologie





Chiasma opticum



Sehnervenkreuzung (schematisch).

Die Tatsache, daß bei Säugern nur noch ein Teil der Nervenfasern kreuzt, hat offenkundig damit zu tun, daß die Augen dieser Spezies mehr oder weniger weit nach vorne gerichtet sind, so daß die Augen auch visuelle Reize jenseits der Mittelachse des Kopfes auffangen können und folglich ein zunehmender Teil visueller Ereignisse über beide Augen gleichzeitig wahrgenommen werden kann. Die Zunahme dieses binokularen Sehens ist in der Reihe: Kaninchen, Ratte, Katze, Affe, Mensch unmittelbar ersichtlich. In dem Maße, wie sich die Gesichtsfelder der beiden Augen überlappen, bleiben im Chiasma opticum die Axone der temporal gelegenen Ganglienzellen der Netzhaut, die für die Verarbeitung visueller Reize auf der anderen Seite des Organismus zuständig sind, ungekreuzt, während die nasal liegenden Ganglienzellen, die Reize aus dem ipsilateralen Gesichtsfeld (auf der gleichen Seite befindlichen) verarbeiten, kreuzen.

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