Lexikon der Biologie



Delphine



Detailliertere wissenschaftliche Erkenntnisse über Delphine gewinnt man erst, seit ihre Haltung in Gefangenschaft möglich ist. 1938 eröffneten die Marine Studios in Miami/Florida, wo man hauptsächlich mit dem Großen Tümmler arbeitet. Dank ihrer starken Anhänglichkeit gegenüber dem Menschen und ihres ausgeprägten Lernvermögens wurden Delphine zu beliebten Dressurtieren (Dressur). So folgte die Einrichtung weiterer sog. Delphinarien, z. B. Marineland/Kalifornien mit seinen Weißstreifendelphinen und Fujisawa in Japan, die sowohl zirkusartigen Dressurvorführungen wie auch der Wissenschaft dienen. Bei der sog. "Delphintherapie" werden neuerdings (hauptsächlich in den USA) dressierte Delphine auch zur Behandlung bestimmter Krankheiten eingesetzt. Gewisse Erfolge konnten bisher vor allem bei Autismus und beim Down-Syndrom beobachtet werden. Eine wissenschaftliche Erklärung dafür steht noch aus; diskutiert wird u. a. eine erhöhte Ausschüttung von Endorphinen bei den Patienten während ihres Umgangs mit den dressierten Tieren. Zur psychischen Komponente hierbei, wie auch zur allgemeinen Beliebtheit der Delphine überhaupt, trägt neben ihrer Zutraulichkeit ganz wesentlich ihr auf uns freundlich wirkender "Gesichtsausdruck" bei – schlicht eine Folge der nach oben gewachsenen Mundwinkel.





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