Lexikon der Biologie



Einfühlung



Ein zur Einfühlung befähigtes Kleinkind kann sich schon allein aufgrund dessen, was es beobachtet, die Situation eines anderen vergegenwärtigen, also dessen Perspektive übernehmen (Perspektivenübernahme), ohne hierzu dessen ausdrucksvermittelte Gefühlsübertragung zu brauchen. D. Bischof-Köhler gelang es, die Unabhängigkeit der Einfühlung vom angeborenen Mitempfinden nachzuweisen. Die kognitive Leistung der Einfühlung, ohne Wahrnehmung des Gefühlsausdrucks, setzt eine differenzierte Erkenntnisfähigkeit, die Entwicklung eines Konzepts seiner Selbst (Selbstkonzept), voraus, die frühestens mit 18 Monaten vorhanden ist: Jetzt wird der andere Mensch als ein selbständiges Wesen erfaßt, dessen Erleben mit dem eigenen Erleben vergleichbar ist und auf dessen situativen Gefühlszustand rückgeschlossen werden kann.





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