Lexikon der Biologie

Extensine



Die Bildung von Extensinen wird durch verschiedene Stimuli induziert. So reagieren viele Pflanzen bei Verwundung, der Infektion durch Pilze oder Viren, nach Hitzeschock (heat-shock-Proteine, heat-shock-response) oder Ethylenbegasung (Ethylen) durch eine vermehrte Bildung von Extensinen (pflanzliche Abwehr). Die Vernetzung der Extensine führt zu einer Versteifung der Zellwand und somit zu einer erhöhten Resistenz gegen Pathogene. Bei vielen Pflanzen ist die Einlagerung von Extensinen in die Zellwand zudem entwicklungsgesteuert. Extensine kommen vermehrt im Phloem und in den Kambiumzellen (Kambium) vor.

Extensine waren die ersten Zellwandproteine, die entdeckt wurden. Da sie zunächst nur in Zellwänden junger, wachsender Gewebe gefunden wurden, nahm man an, daß sie an Wachstumsprozessen (engl. „extension“) beteiligt seien. Dies ist mit Sicherheit falsch. Inzwischen wird die Rolle von Extensinen vor allem bei der Abwehr von Pathogenen und abiotischen Streßfaktoren gesehen. Der Name ist daher irreführend – für die Wachstumssteuerung, die man ursprünglich den Extensinen zuschrieb, ist eine in den letzten Jahren entdeckte Gruppe von Zellwandproteinen, die Expansine, verantwortlich.

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