Lexikon der Biologie

Fc-Rezeptor



Es existieren FcR für jede Klasse von Immunglobulinen. Die IgG-bindenden FcγR werden von mehreren Genen codiert und liegen in verschiedenen Formen vor (CD16, CD32, CD64; CD-Marker). Die verschiedenen Formen werden teilweise gemeinsam auf Monocyten (mononukleäre Phagocyten), Makrophagen, neutrophilen Granulocyten (Granulocyten), Thrombocyten, B-Lymphocyten, T-Lymphocyten und Natural-Killer-Zellen exprimiert. Eine Kreuzvernetzung der FcγR löst eine Aktivierung der Zellen aus, die u.a. durch Tyrosin-Kinasen, Ca2+-Ionen (Calcium, Calmodulin) und den ras-Signalweg (Ras-Proteine) vermittelt wird (Signaltransduktion, ITAMs). Zusätzlich wird die Phagocytose der aktivierenden Partikel ausgelöst. Diese werden dadurch aus dem Körper entfernt und über den Prozeß der Antigen-Präsentation zur weiteren Stimulation der Immunantwort eingesetzt. Eine Ausnahme bildet der FcγRIIB1. Er wird auf B-Lymphocyten exprimiert und wirkt dort negativ regulatorisch auf die Aktivierung der Zellen über ihre Antigenrezeptoren (B-Zell-Rezeptor). Damit wird verhindert, daß die Zellen durch Antigene aktiviert werden, gegen die bereits Antikörper gebildet wurden. Der Rezeptor für IgE (Fcε-Rezeptor) findet sich auf Mastzellen und verschiedenen Leukocyten, wo er die Freisetzung der Mediatoren (Serotonin, Histamin) einer Überempfindlichkeitsreaktion (Allergie) vom Soforttyp vermittelt. Eine weitere Gruppe von FcR ist an der Übertragung von Antikörpern der Mutter auf den Säugling beteiligt. Es handelt sich dabei um Rezeptoren für polymeres IgM und IgA sowie um den IgG-Rezeptor der Neugeborenen. Sie werden auf Endothelzellen exprimiert und dienen der Transcytose (Cytopempsis).O.L.

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