Lexikon der Biologie

Fettsucht



Neuere Untersuchungen an Mäusen legen nahe, daß zumindest einer genetischen Prädisposition für Fettsucht bei Säugern eine größere Bedeutung zugemessen werden muß. Bei Mäusen konnte gezeigt werden, daß Mutationen in Genen wie obese (ob), diabetes (db), tubby (tub), fat (fat) und agouti-yellow (Ay) zu Gewichtszunahme bei normaler Nahrungsaufnahme führen. Spritzt man nun fettleibigen Mäusen z.B. Leptin, das Produkt des ob-Gens, in Gehirn oder Bauchhöhle, geht die Nahrungsaufnahme und infolgedessen auch das Gewicht dieser Tiere zurück. Umgekehrt hatte bei Mäusen mit einer Mutation im mahogany-Gen (mg) die Aufnahme von Nahrung mit weit erhöhtem Fettgehalt keine Gewichtszunahme zur Folge. Beim Menschen sprechen u.a. unterschiedliche Fettverteilungsmuster (z.B. „Apfelform“, „Birnenform“), gehäuftes Auftreten von Fettleibigkeit in Familien trotz ausgewogener Ernährung oder auch fettreiche Ernährung ohne Konsequenzen für das Gewicht für eine genetische Prädisposition. Wie zu erwarten, wurden auch beim Menschen Gene und deren Genprodukte (u.a. Leptin) gefunden, die Einfluß auf die Nahrungsverwertung und damit auf das Gewicht haben. Von der Aufklärung der Funktion und Interaktionen der einzelnen Genprodukte verspricht man sich in Zukunft neue Möglichkeiten zur Behandlung von – erblich bedingter – Fettsucht.

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