Lexikon der Biologie

Feuerökologie



Einige Begriffe



Natürliche Vegetationsbrände: ohne unmittelbare menschliche Einflußnahme entstehende Feuer. Sie werden vornehmlich durch Blitzschlag ausgelöst. Andere natürliche Ursachen sind Vulkanismus, Selbstentzündung, Steinschlag und brennende Kohleflöze.



Anthropogene Vegetationsbrände: durch unmittelbare menschliche Einflußnahme entstehende Feuer. Der Einsatz des Feuers dient als Instrument zur Steigerung der standörtlichen Produktivität durch Mineralisierung der Nährstoffe, die in der Phytomasse und im Bestandesabfall gebunden sind. Weiterhin wird durch kontrolliertes Brennen (siehe unten) die Anhäufung von Streu als potentiellem Brennmaterial in Wäldern verhindert. Außerdem wird die Brandrodung zur Gewinnung von Flächen für den Wanderfeldbau und zur Umwandlung von Wald in permanent genutzte Acker- und Weideflächen angewandt. Schließlich sind das Verbrennen landwirtschaftlicher Abfälle, die Holzkohlegewinnung und das Schaffen von Äsungsflächen für das Wild zur Vereinfachung der Jagd einzubeziehen.



Feuerregime: weist in einem bestimmten Raum ein charakteristisches Auftreten des Feuers mit sehr spezifischen Auswirkungen auf und steht in Beziehung zur jeweiligen Landschaftsökologie und Vegetationsgeographie bzw. zum Klima (vgl. Abb.). Eine feuer-bioklimatische Region ist gekennzeichnet durch natürliche Einflüsse wie Klima, Bodeneigenschaften, Vegetationstyp, Artenvielfalt, Biomassedichte und natürliches Feuerintervall (siehe unten) sowie durch anthropogene Einflüsse wie Bevölkerungsdichte, Beweidungsintensität, Nutzungsintensität und anthropogenes Feuerintervall.



Feuerintervall: Anzahl der Jahre zwischen aufeinanderfolgenden Feuern.



let-burn policy: kennzeichnet das kontrollierte Brennenlassen natürlicher und anthropogener, unplanmäßig entstandener Brände, solange Menschen oder schützenswerte Bauten und Ressourcen nicht gefährdet sind.



Kontrolliertes Brennen (prescribed burning): in ihrer Ausdehnung gewollte und überwiegend zur Reduktion des Brennmaterials – und damit zur Verringerung des Brandrisikos – geplante und praktizierte Vegetationsbrände. Weitere Ziele sind die Selektion erwünschter, z.B. feuertoleranter Baumarten, die Förderung der Wasserversorgung und Vitalität der Pflanzen sowie die Regeneration einer gewünschten Kraut- und Strauchschicht.



Vollfeuer: erfassen neben dem Humus, der Streuschicht und der Bodenvegetation (Bodenfeuer) auch die Baumkronen (Kronenfeuer).

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