{"title":"Frostschden: Infobox I","body":"<STRONG>Frostsch&#228;den<\/STRONG><BR><\/BR><BR><\/BR>Frostsch&#228;den treten in verschiedenen Formen auf. Beim <I><A href='\/abo\/lexikon\/bio\/22236'>Erfrieren<\/A><\/I> nehmen viele Pflanzen ein olivgr&#252;nes, glasiges Aussehen an, verbunden mit Schwarzf&#228;rbung beim Austrocknen und starken Welke- und F&#228;ulniserscheinungen nach dem Auftauen. Die Sch&#228;den sind die Folge von Eisbildung in Zellen und Geweben. In wasserreichen Geweben kommt es zu <I>intrazellul&#228;rer Eisbildung:<\/I> wachsende Eiskristalle zerst&#246;ren die Zellstrukturen mechanisch. In vielen F&#228;llen, z.B. im wasser&#228;rmeren Gewebe oder bei langsamerer Abk&#252;hlung, entsteht das Eis aber nur in den Zellw&#228;nden oder Interzellularen. Die <I>interzellul&#228;re Eisbildung<\/I> wirkt dabei als &#8222;K&#252;hlfalle&#8220;, die dem <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/54332'>Protoplasten<\/A> bis zu einem Gleichgewichtszustand <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/70213'>Wasser<\/A> entzieht. Hierbei kommt es zu einer Konzentration osmotisch wirksamer Substanzen und einer Inaktivierung membrangebundener Enzyme (besonders der ATP-Synthase). Unter <I>Gefrieren<\/I> wird eine relativ rasche Abk&#252;hlung verstanden, bei der es nur zu einer extrazellul&#228;ren Eisbildung kommt, die nicht unbedingt zu einem Absterben der Pflanzen f&#252;hrt. Weitere Frostsch&#228;den sind <I>Frostblasen,<\/I> die sich an Bl&#228;ttern zusammen mit Kr&#228;uselr&#228;ndern oder Schlitzen bilden k&#246;nnen. Die St&#228;mme von B&#228;umen k&#246;nnen durch <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/25757'>Frostrisse<\/A> oder <I>Frostplatten<\/I> (d.h. tote Gewebeteile inmitten lebenden Gewebes) gesch&#228;digt werden. Zu den indirekten, mechanischen Sch&#228;digungen z&#228;hlt das <I>Auffrieren:<\/I> bei h&#228;ufigem Frostwechsel heben und senken sich kleine Bodenschollen durch <I>Kammeisbildung,<\/I> was zu einem Zerrei&#223;en von Feinwurzeln und dem sog. <I>Aufziehen<\/I> f&#252;hrt<I>,<\/I> d.h. dem Aufliegen der Pflanzen auf der Bodenoberfl&#228;che, an der sie vertrocknen (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/6343'>Auswinterung<\/A>). &#8211; Bei Insekten tritt als Frostschaden braune <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/30524'>H&#228;molymphe<\/A> infolge Freisetzung von <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/41899'>Melaninen<\/A> nach Zellzerst&#246;rung auf; der Tod tritt nach wenigen Tagen ein. Subletale Frostsch&#228;den kommen bei &#252;berwinternden (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/68311'>&#220;berwinterung<\/A>) Larven und Puppen vor; diese sind nicht mehr in der Lage, die <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/42461'>Metamorphose<\/A> zu beenden."}