Lexikon der Biologie

gastrointestinale Hormone
Hormon, Struktur Bildungsort und/oder Stimulation zur Freisetzung Wirkung
Bombesin

(gastrin releasing peptide, GRP)

Peptid aus 27 Aminosäuren
Bildung in Nervenendigungen, freigesetzt durch Neurotransmitter und durch erhöhte CCK-Freisetzung steigert die Gastrinfreisetzung
Cholecystokinin (CCK) (Pankreozymin)

Peptid aus 33 Aminosäuren
Bildung in der Dünndarmschleimhaut, Nervenendigungen, Freisetzung durch Fett, Protein, H+-Ionen, Calcium Steigerung der Enzymproduktion des Pankreas,

Stimulierung der Gallenblasenkontraktion,

Inhibition der Magenmotorik,

Steigerung der Duodenalperistaltik,

Verstärkung der Sekretinwirkung,

„Sättigungshormon“
Enteroglucagon

Peptidhormon (Polypeptid aus 69 Aminosäuren) des enterochromaffinen Gewebes
Bildung im Ileum und Colon, durch Glucose und Fettsäuren im Ileum freigesetzt stimuliert nach oraler Glucoseaufnahme die Insulinsekretion,

stimuliert das Schleimhautwachstum,

inhibiert die Magensaftsekretion und die Darmmotilität
Enteropeptidase Bildung in der Duodenalschleimhaut; wird in das Lumen sezerniert katalysiert die Umwandlung von Trypsinogen zu Trypsin
Gastrin

Oligopeptid aus 17 Aminosäuren
Bildung in der Magenschleimhaut auf Vagus- und Dehnungsreiz des Magens, durch einen pH-Wert >3,5 im Magen, Proteinabbauprodukte, Alkohol und Coffein freigesetzt Stimulation der HCl- und Pepsinogensekretion in das Magenlumen,

Stimulation der Wasser-, Enzym- und Elektrolytsekretion durch Magen, Pankreas, obere Verdauungswege,

Steigerung der Magendurchblutung sowie der Magen- und Dünndarmmotilität,

Inhibition der Wasserabsorption im unteren Dünndarm,

Stimulation des Wachstums der Magenschleimhaut,

Gastrinproduktion wird durch Sekretin, Übersäuerung und Überdehnung des Magens gehemmt
Glucose-dependent insulin releasing peptide (GIP, früher gastric inhibitory peptide)

Polypeptid aus 43 Aminosäuren
Bildung im Duodenum und Jejunum, durch Fettsäuren, Aminosäuren und Glucose freigesetzt hemmt die Sekretion der H+-Ionen,

bewirkt rasche Insulinfreisetzung nach präoraler Glucoseaufnahme (Insulin hemmt in einem negativen feed-back-Mechanismus die weitere GIP-Freisetzung),

Inhibition der Magenmotilität
Motilin

Polypeptid aus 22 Aminosäuren
Bildung im Duodenum und Jejunum, durch pH-Erniedrigung und Fettsäuren steigert die Magen- und Duodenummotorik, beschleunigt die Magenentleerung
Neuropeptid Y

(NPY)

Peptid aus 36 und 25 Aminosäuren
Bildung in Nervenendigungen, Freisetzung durch Neurotransmitter potenziert die Wirkung von Noradrenalin,

mindert die Durchblutung u.a. der Pankreas-, Milz- und Lebergefäße,

hemmt Calmodulin
Neurotensin

Peptid aus 13 Aminosäuren
Bildung im Ileum, durch Fettsäuren im Dünndarm freigesetzt hemmt die Magensaftsekretion,

steigert die Pankreassekretion
Opiopeptide

(β-Endorphin, Enkephalin, Dynorphin)
Bildung in Nervenendigungen, freigesetzt durch Hemmung der Acetylcholin-Freisetzung Hemmung der Darmmotilität,

Hemmung der Darmsekretion,

Erhöhung des Sphinktertonus
pankreatisches Polypeptid (PP)

Peptid aus 36 Aminosäuren
Bildung im Pankreas (Langerhans-Inseln) durch Peptide im Dünndarm und Vagusaktivität hemmt die Pankreassekretion
Sekretin

Peptid aus 27 Aminosäuren
Bildung im Duodenum und Jejunum, Freisetzung infolge eines Säureübertritts und durch Gallensalze im Duodenum Steigerung der Hydrogencarbonatproduktion des Pankreas,

Steigerung der Galleproduktion in der Leber,

Steigerung der Pepsinogensekretion,

Hemmung der gastrinstimulierten Magensäuresekretion und Magenmotilität,

Hemmung der Dünndarmmotilität
Serotonin

(5-Hydroxytryptamin)

biogenes Amin, gebildet aus der Aminosäure Tryptophan
Vorkommen in den enterochromaffinen Zellen der Darmschleimhaut, in Thrombocyten, basophilen Granulocyten, Zentralnervensystem physiologische Serotoninausschüttung ist nicht vollständig geklärt,

pharmakologische Wirkung auf die Arteriolenkonstriktion in Lunge und Bronchien,

Erregung der glatten Muskulatur in Gastrointestinaltrakt, Bronchien, Uterus,

beteiligt an der Entstehung der Migräne,

Neurotransmitterfunktion,

bewirkt Freisetzung von Histamin und Catecholaminen
Somatostatin

(Somatotropin inhibierendes Hormon, SIH)

Peptid aus 28 oder 14 Aminosäuren
Bildung in Dünndarm, Pankreas (Langerhans-Inseln), Nervenendigungen durch Fettsäuren, Glucose, Peptide, Gallensalze im Dünndarm hemmt die Magensaftsekretion und Freisetzung von Gastrin, VIP, Motilin, CCK, Sekretin („General-Hemmung“),

hemmt die interdigestive Motilität,

hemmt die Vagusaktivität,

vermindert die Dünndarmabsorption
Substanz P

Peptid aus 11 Aminosäuren
Bildung in Nervenendigungen, Freisetzung durch Neurotransmitter erhöht die gastrointestinale Motilität
vasoaktives Intestinal-Polypeptid (VIP) Polypeptid aus 28 Aminosäuren Bildung in Nervenendigungen, Freisetzung durch Kontakt der Duodenalmucosa mit HCl stimuliert die Freisetzung von Hydrogencarbonat,

hemmt die Sekretion von H+-Ionen und der Pankreasenzyme,

wirkt hemmend auf die glatte Muskulatur,

wird in Tumoren des Pankreas produziert,

ist im Hypothalamus und in der Hirnrinde nachweisbar,

erregt Drüsenzellen und vasodilatatorische Neuronen,

hemmt Motoneuronen
Villikinin aus der Dünndarmschleimhaut durch den sauren Chymus freigesetzt regt die Zottenmotorik des Darms an,

bewirkt mit anderen Hormonen die Gallenblasenentleerung

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