Lexikon der Biologie

Hamster



Am bekanntesten wurde der Syrische Goldhamster (Mesocricetus auratus; Mediterranregion IV). Ihn hat man 1839 in einem begrenzten Vorkommen im Nordwesten Syriens (bei Aleppo) entdeckt; danach erfuhr man (fast 100 Jahre lang) wenig über ihn. 1930 grub man in derselben Gegend aus einem mehr als 2 m tiefen Bau ein Weibchen mit 12 Jungen aus. Nachkommen dieser kleinen Gruppe fanden als Haustiere oder wissenschaftliche Versuchstiere inzwischen weltweite Verbreitung (in den USA seit 1938). 1965 und 1971 fing man in der Zentraltürkei Tiere von Mesocricetus brandti (z.T. auch als Unterart von Mesocricetus auratus angesehen); auch daraus entstand eine erfolgreiche Laborzucht.

Neuerdings ergaben wissenschaftliche Versuche höchst erstaunliche Orientierungsleistungen bei Goldhamstern, wie sie davor nur von der Honigbiene bekannt waren. So können die Tiere (bei Verfrachtung in der Versuchsarena) die Bewegungen ihres Körpers im Raum erfassen, ihre aktuelle Position daraus errechnen und speichern und mit der Methode der Vektoraddition und der Wegintegration (ohne sichtbare Orientierungspunkte) sicher den Weg zur (davor erlernten) Futterstelle finden.

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