Lexikon der Biologie

Haptoglobin



Im wesentlichen werden 3 verschiedene Phänotypen unterschieden, deren Ausprägung durch 1 Paar autosomaler Gene Hp1 und Hp2 gesteuert wird. Durch paarweise Kombination dieser beiden Allele kann bei einem Individuum einer der 3 Phänotypen Hp1-1, Hp2-2 oder Hp2-1 entstehen, wobei die ersten beiden dem homozygoten und der letzte dem heterozygoten Phänotypus entsprechen. Von anthropologischem Interesse ist, daß die beiden Allele Hp1 und Hp2, ähnlich wie die Blutgruppen, in den bisher untersuchten Populationen unterschiedlich verteilt sind. In unserer Bevölkerung haben rund 16% der Erwachsenen den Phänotypus Hp1-1, 36% den Typus Hp2-2, 48% den Typus Hp2-1. Das Allel Hp2 zeigt in europäischen Populationen ein geringes Überwiegen gegenüber Hp1. Bei Japanern, Chinesen, Malayen und Indern fand man bisher eine auffallend niedrige Frequenz des Allels Hp1, bei einigen Gruppen in Ozeanien sowie in Afrika dagegen eine sehr hohe Frequenz dieses Allels. Diese Vielgestaltigkeit der Serum-Haptoglobine scheint ein Neuerwerb der Spezies Mensch zu sein. Bei den Affen, auch bei den Schimpansen, wurde bisher nur das dem Typus Hp1-1 entsprechende Haptoglobinmuster gefunden.

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