Lexikon der Biologie

Heterogonie



Bei der abwechselnd parthenogenetischen und bisexuellen Fortpflanzung der Wasserflöhe, oft als Beispiel für Heterogonie angeführt, handelt es sich streng genommen um einen Fortpflanzungswechsel (Definition: Generationswechsel), da ein und dasselbe Weibchen zuerst diploide Subitaneier und später haploide, befruchtungsbedürftige Dauereier bilden kann.

Die ökologische Bedeutung der Heterogonie liegt in der Verknüpfung zweier unterschiedlicher Fortpflanzungsstrategien: einerseits die Parthenogenese als „schnelle“ Fortpflanzung ohne Partnersuche (unter Verzicht auf genetische Rekombination durch Befruchtung) in günstigen Zeiten, z.B. bei Blattläusen im Frühjahr und Sommer; andererseits die bisexuelle Fortpflanzung (mit genetischer Rekombination) mit Bildung von Dauer- bzw. Wintereiern (bisweilen nur ein einziges, d.h. Fortpflanzung ohne Vermehrung) bei Verschlechterung der Lebensbedingungen, z.B. bei Blattläusen im Herbst oder bei Rädertieren kurz vor Austrocknen des Gewässers.

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