Lexikon der Biologie

Inositolphosphate



Das wichtigste Inositolphosphat ist Inositol-1,4,5-triphosphat (InsP3, IP3), das durch Hydrolyse von Phosphatidylinositol-4,5-bisphosphat durch eine spezifische Phospholipase C (Phosphoinositidase) entsteht. Es ist an der Mobilisierung von Ca2+ (Calcium) aus intrazellulären Speichern beteiligt, indem es die Öffnung von Ca2+-Kanälen (Inositol-1,4,5-triphosphatrezeptor) vermittelt. Diacylglycerol, das zweite Hydrolyseprodukt, erhöht die Aktivität von Proteinkinase C, indem es dessen Affinität für Ca2+ verstärkt. Inositol-1,3,4,5,6-phosphat (InsP5) und InsP6 kommen in allen Säugerzellen in höherer Konzentration als InsP3 vor; ihre genaue Funktion ist aber noch unklar. Möglicherweise stellen sie Präkursoren verschiedener Inositolderivate dar. Ihre Bildung erfolgt sehr langsam, der turn over dagegen sehr schnell. Sie dienen bei Pflanzen als Inositol- und Phosphatspeicher, die bei der Keimung mobilisiert werden. Inositolphosphate werden zudem als Neurotransmitter diskutiert.

[Drucken] [Fenster schliessen]