Lexikon der Biologie

intrazelluläre Infektion



Die Erreger von z.B. Tuberkulose (Mycobacterium tuberculosis) oder Typhus (Salmonella typhi) können in Makrophagen überleben und sich teilen. Auch andere Mykobakterien und Pilze sowie ein Erreger der Malaria (Plasmodium vivax; Plasmodium), der den Großteil seines Lebens in Leberzellen (Hepatocyten) und Erythrocyten verbringt, persistieren oder wachsen in Körperzellen. Viren sind obligatorisch auf Zellen angewiesen, in denen sie sich vermehren können (Virusinfektion). Antikörper, die durch die Infektion mit intrazellulären Parasiten gebildet werden, können nur gegen die extrazelluläre Form des Parasiten wirksam sein. Ist eine Körperzelle infiziert, bleibt meist nur die Eliminierung dieser Zelle durch aktivierte Makrophagen, Natural-Killer-Zellen oder cytotoxische T-Lymphocyten als Abwehrmaßnahme übrig (Antigen-Präsentation). Für Hepatitis-B-Infektionen (Hepatitisvirus B) konnte anhand eines transgenen Mausmodells gezeigt werden, daß die Elimination der Viren zum großen Teil nicht durch das Töten der infizierten Leberzellen erfolgt, sondern durch die Wirkung von IFN-γ-α (Interferone) und TNFα (Tumor-Nekrosis-Faktor), die von den aktivierten T-Lymphocyten und Makrophagen produziert werden und zur Inaktivierung der Viren in den Leberzellen führt. Für die erfolgreiche Elimination von intrazellulären Infektionen ist somit die Aktivierung einer zellulären Immunantwort (T-Lymphocyten) notwendig.

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