Lexikon der Biologie

Ionentransport



1) Bei Tieren und Mensch sind Membranen im allgemeinen für Ionen kaum durchlässig. Die dennoch einsickernden Ionen müssen zur Aufrechterhaltung des osmotischen Drucks der Zelle mittels aktiver Transportmechanismen nach außen transportiert werden (Membrantransport). Ionentransport durch einfache Diffusion findet man jedoch an Epithelmembranen, deren Schlußleisten durchlässig sind, wie z.B. beim proximalen Tubulus der Niere und dem Dünndarm. Im allgemeinen werden Ionen aber mit Hilfe besonderer Transportmechanismen passiv (Carrier) oder aktiv (Ionenpumpen) gegen den elektrochemischen Gradienten transportiert. Besondere Bedeutung hat der aktive Transport von Ionen für die Bildung des Membranpotentials (Ruhepotential) und des Aktionspotentials, die u.a. die Grundlage für die Muskelkontraktion und die Funktion des Nervensystems und der Sehzellen (Photorezeption) bilden.

2) Bei Pflanzen erreichen Ionen mit dem Wasserstrom über die Tracheen oder Tracheiden die einzelnen Zellen (Flüssigkeitsströme in Pflanzen) und gelangen durch freie Diffusion in die Zellwand. Der Übergang in das Plasma ist aber bis auf einen geringen Anteil ebenfalls auf spezielle Transportmechanismen angewiesen, da gegen das Konzentrationsgefälle gearbeitet werden muß. In den Zellen können die Ionen über die Plasmodesmen von Zelle zu Zelle weitergeleitet oder ebenfalls durch aktiven Transport in der Vakuole zum Teil in sehr hohen Konzentrationen angereichert werden. Assimilattransport, Ionenkanäle, Transport.

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