Lexikon der Biologie

Isocortex



Die übereinander liegenden Schichten des Isocortex werden mit römischen Zahlen (I–VI) von der Oberfläche zur weißen Substanz hin numeriert. Es werden eine homotypische und eine heterotypische Erscheinungsform unterschieden. Während der vorgeburtlichen Entwicklung vor der Differenzierung der Areale (Rindenfelder) ist der Isocortex gleichmäßig 6schichtig (homotypisch). Nach der Spezialisierung der verschiedenen Hirnregionen bleibt dieser Typ am Frontal- und am Occipitalpol am besten erhalten, ansonsten findet man Heterotypie, d.h., der Bauplan wurde modifiziert. So sind in allen vorwiegend motorischen Rindenfeldern die Laminae (Schichten) V und VI stark ausgebildet, dagegen die Laminae II und besonders IV schwach oder gar nicht ausgebildet (agranulärer Cortex). Im Unterschied dazu sind im primären somatosensorischen Cortex, im auditorischen Cortex und besonders in der primären Sehrinde sehr wenig Pyramidenzellen (III, V). Dafür besitzen sie besonders gut entwickelte Körnerschichten (II, IV) und werden deshalb als granulärer Cortex bezeichnet. Zwischen diesen agranulären und granulären Rindengebieten gibt es viele Übergangsformen, die meist den assoziativen Arealen (Assoziationscortex) zuzuordnen sind.

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