Lexikon der Biologie



Konjugation



Abb. 2:

Konjugation bei Bakterien.

Bei einer Konjugation wird genetisches Material über eine Cytoplasmabrücke aus einer „männlichen“ Donorzelle in eine „weibliche“ Rezeptorzelle übertragen. Dabei kann es sich um Fertilitätsfaktoren, aber auch um Bestandteile des eigentlichen ringförmigen Genoms handeln. Wird ein Fertilitätsfaktor in das ringförmige Bakterienchromosom eingebaut, dann werden die betreffenden Bakterien zu Hfr-Zellen. Bei einer Konjugation kann im Fertilitätsfaktor ein Bruch erfolgen, so daß der Genomring sich öffnet. Ein Teilstück des gespaltenen F-Faktors kann dann in den Konjugationspartner, ein F-Bakterium, übertreten und dabei einen Teil des an ihm hängenden Bakteriengenoms hinüberziehen. Die Hfr-Donorzelle wäre also das „Männchen“, die F-Rezeptorzelle das „Weibchen“. Meist ist der Genomtransfer nicht vollständig: der zweite Teil des gespaltenen F-Faktors bleibt mit einem mehr oder weniger langen Genomstück im Hfr-Exkonjuganten zurück. Bricht die Brücke zwischen den Partnern früh ab, so wird nur ein kleines Stück Genom (a+) übertragen, bricht sie spät ab, so wird ein größeres Stück hinübergeschoben. Im F-Exkonjuganten paart das übertragene Genomstück (a+) mit dem homologen Abschnitt (a) des Rezeptorgenoms (Merozygote). Durch Rekombination kann es dann in das Rezeptorgenom übernommen werden.

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