Lexikon der Biologie

Kreide



2: Jüngst machte man verheerende Meteoriteneinschläge (Meteorit), Vulkanausbrüche (Vulkanismus) oder plötzliche Klimaschwankungen (Klimaänderungen) für das Aussterben von Organismen-Gruppen an der Kreide-Tertiär-Grenze verantwortlich. Das Überleben von Waranen, Schildkröten, Krokodilen, der übrigen Kopffüßer, Muscheln, Schnecken, der meisten Foraminiferen und der Flora sowie das keinesfalls gleichzeitige Aussetzen von Organismengruppen steht jedoch in krassem Widerspruch zu einer angenommenen weltweiten Katastrophe. Wahrscheinlicher ist als Ursache vielmehr eine Kombination von Gründen, so die Abkühlung des Klimas auf der Erde, Verlust vieler sumpfiger Küstenebenen durch die verbreitete Gebirgsbildung, das Aufreißen breiter, schwer zu überwindender Tiefseeräume, verbunden mit einer weltweiten Regression, und der Verlust der ausgedehnten, warmen Schelfmeere zu Beginn des Tertiärs. Hinzu kommen biologische Gründe, wie die offensichtliche Unfähigkeit etlicher Wirbelloser und der Dinosaurier, sich auf diese veränderten Bedingungen und die neu entstandene Konkurrenz einzustellen.

Lit.: Donovan, D.T.: Mass extinctions. Processes and evidences. Stuttgart 1989. Kauffman, E.G., Walliser, O.H. (Hrsg.): Extinction events in earth history. In: Lecture Notes in Earth Science, Nr. 30. Berlin, Heidelberg 1990. Sharpton, V.L., Ward, P.D.: Global catastrophes in earth history. – Special Paper of the Geological Society of America, 247: 1–631, Boulder, Colorado 1990. Walliser, O.H.: Global bio-events. Berlin, Heidelberg 1986.

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