{"title":"Krieg: Infobox I","body":"<STRONG>Krieg<\/STRONG><BR><\/BR><BR><\/BR>Auch wenn soziale, gesellschaftliche, kulturelle und geschichtliche Gr&#252;nde die Anl&#228;sse zu kriegerischen Auseinandersetzungen liefern, sind biologische Mechanismen der Zwischengruppen- bzw. der Gruppenaggression (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/1485'>Aggression<\/A>) wirksam &#8211; verkn&#252;pft z.B. mit dem Ph&#228;nomen der <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/29677'>Gruppensolidarit&#228;t<\/A>. Die zu Beginn eines bewaffneten Konflikts zwischen Nachbarn gegebenenfalls noch aufgrund individueller Beziehungen bestehenden aggressionshemmenden Mechanismen (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/1486'>Aggressionshemmung<\/A>, <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/3547'>Angriffshemmung<\/A>, <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/67066'>T&#246;tungshemmung<\/A>) werden durch <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/17119'>Dehumanisierung<\/A> des Feindes (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/24000'>Feindschema<\/A>), Kontaktabbruch, allgemeine Disziplinierung mit Androhung von Ausgrenzung bei nichtkonformem Verhalten (z.B. bei Feindkontakt) nach und nach au&#223;er Kraft gesetzt. Aufgrund der gruppenaggressiven Stimmung, Verunsicherung und &#196;ngstigung durch das Gef&#252;hl der Bedrohung verst&#228;rkt sich die <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/8000'>Bereitschaft<\/A>, vereinfachte Denk- und Beurteilungsschemata anzuwenden (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/3549'>Angst<\/A>, <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/69918'>Vorurteil<\/A>, <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/71229'>Xenophobie<\/A>). Die Bereitschaft zu <A href='\/abo\/lexikon\/bio\/26974'>Gehorsam<\/A> und Gefolgschaft und die Anwendung von Fernwaffen unterbinden zus&#228;tzlich aggressionshemmende Mechanismen, die vor allem bei einem pers&#246;nlichen Erleben eines Gegen&#252;bers wirken. Durch pers&#246;nliche Ber&#252;hrung mit dem Feind entwickelten sich im Stellungskrieg der Westfront des 1. Weltkriegs &#8222;Verbr&#252;derungsmechanismen&#8220; &#8211; eigene Konventionen der Menschlichkeit (<A href='\/abo\/lexikon\/bio\/32816'>Humanit&#228;t<\/A>), denen milit&#228;risch z.B. durch st&#228;ndiges Verlagern der Truppen entgegengewirkt werden mu&#223;te."}