Lexikon der Biologie

Kuckucke



Mittels Versuchen mit Teichrohrsängern als Wirtseltern ergab sich, daß der Kuckucknestling zwar bezüglich des visuellen Signals seines gefärbten, bettelnd aufgerissenen Rachens (Sperrachen) der Summe der entsprechenden Farbflächen von 4 Teichrohrsängerjungen unterlegen ist, jedoch die Pflegeeltern durch ein akustisches Signal zum intensiven Füttern verlockt werden – nämlich das Bettelrufen, das in Qualität und Quantität dem vereinten Rufvolumen der 4 Teichrohrnestlinge entspricht. Dieses Signal hat für die Wirtsvogelart anscheinend die entscheidende Bedeutung als Fütterungsstimulus. Es kommt für den Jungkuckuck also nicht auf eine möglichst gute Imitation der fremden Jungen an, sondern lediglich auf die Perfektion eines speziellen Schlüsselreizes.

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