Lexikon der Biologie

Landpflanzen



Ökologisch sind die Landpflanzen von ausschlaggebender Bedeutung: Sie prägen das Klima entscheidend und haben überhaupt erst ein Landleben der Tiere ermöglicht. Die Zusammensetzung der Vegetation war dabei im Laufe der Erdgeschichte sehr unterschiedlich, wobei die Moose, abgesehen von der ersten Phase der Landbesiedlung im Ordovizium, stets eine untergeordnete Rolle gespielt haben: Die Protracheophyten, die Rhyniales und einige ursprüngliche Entwicklungslinien der Bärlappgewächse (Zosterophyllales, Drepanophycales [Drepanophycus], Protolepidodendrales) herrschen vom Silur bis zum Mittel-Devon vor, die Farnpflanzen (d.h. Bärlappe, Schachtelhalme und echte Farne) überwiegen vom Oberdevon bis etwa Unter-Perm, die Nacktsamer vom Oberperm bis etwa Unter-Kreide, und ab der oberen Unterkreide schließlich dominieren die Bedecktsamer, die heute mit rund 250.000 Arten vertreten sind (Biodiversität).

Neben diesen Landpflanzen i.e.S. besiedeln auch verschiedene Niedere Pflanzen (bestimmte Algen), vor allem aber Pilze und Flechten den Lebensraum Land. Sie haben allerdings die kleinwüchsige thallöse Wuchsform nie verlassen und erreichen keine mit den Landpflanzen i.e.S. vergleichbare komplexe Anpassung an das Landleben. Vor allem im generativen Bereich finden sich aber durchaus parallele Tendenzen zur Erreichung einer vom Wasser unabhängigen Reproduktion (z.B. Übergang Isogamie–Anisogamie–Oogamie–Siphonogamie). Vegetationsbestimmend werden unter den landlebenden Thallophyten nur die Flechten in extrem kalten Gebieten.

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