Lexikon der Biologie

Latimeria chalumnae



Nach Funden auf einem Fischmarkt im Jahre 1998 und Lebendbeobachtungen vor der Küste durch das Team um H. Fricke vom Tauchboot aus kommt eine zweite Art der Gattung, Latimeria menadoensis, in 100–150 m Tiefe bei der Vulkaninsel Manado Tua in Nord-Sulawesi, Indonesien, fernab von den Komoren vor. Sie weicht vor allem durch andere Färbung von Latimeria chalumnae (Abb.) ab. Nach molekulargenetischen Ergebnissen handelt es sich um eine besondere Art, die sich vor ca. 5–17 Millionen Jahren selbständig entwickelte und seitdem ihren isolierten Lebensraum in den Tiefen dieser indonesischen Felsenküste bewohnt.

Während die Zufallsfänge der Fischer keine ernste Gefahr für Latimeria waren, ist der Bestand, der bei den Komoren auf lediglich 150–500 Tiere geschätzt wird, nun durch den hohen Marktpreis aufgrund der Nachfrage von privaten Sammlern und ebenso von Museen trotz eines internationalen Handelsverbots (Artenschutzabkommen) stark bedroht.

Ob Latimeria tatsächlich als ein echtes lebendes Fossil zu gelten hat, ist heute umstritten. Die fossilen Quastenflosser lebten vor allem im Flach- oder im Süßwasser. Mit ihrem niedrigen Grundumsatz und ihrer langsamen Fortbewegung dürfte Latimeria eher eine Neuanpassung an einen felsigen Biotop in Wassertiefen von 200–500 m sein.

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