Lexikon der Biologie



Lebensformtypus



Folgende Beispiele für Lebensformtypen basieren auf gleicher Bewegungs- oder Ernährungsweise:

1) Schaufelgraber (Maulwurfstyp; siehe Abb.); sie sind gekennzeichnet durch einen walzenförmigen Körper mit kurzen, seitwärts ragenden Extremitäten, zur Grabschaufel (Graben) ausgebildeten Vorderextremitäten, guten Geruchssinn. Das Sehvermögen ist im Zusammenhang mit der unterirdischen Lebensweise reduziert. Zu den Schaufelgrabern gehören Maulwurf (b) und Goldmull (c), aus 2 verschiedenen Familien der Insektenfresser, der Beutelmull (d), ein Vertreter der Marderbeutler, die Blindmaus (a), ein Nagetier.

2) Schnellschwimmende Beutejäger; diese Tiere weisen generell eine strömungsgünstige, etwa laminar-spindelförmige Gestalt auf, der Kopf läuft vorn spitz zu, ein abgesetzter Hals fehlt, als Antrieb dient eine halbmondförmige Schwanzflosse. Dazu gehören Haie (Knorpelfische), Schwertfische (Knochenfische), Delphine (Säuger), die ausgestorbenen Ichthyosaurier (Reptilien) und i.w.S. auch die Pinguine (Vögel). Konvergenz.

3) Aasfressende Vögel; charakteristisch sind: Haken-Schnabel, nackter Hals, Krallen, große Schwingen für lange Gleitflüge in der Thermik. Zu diesem Lebensformtypus zählen die afrikanischen Geier und die südamerikanischen „Geier“ mit dem bekannten Kondor. Letztere gehören, wie man erst seit einigen Jahren weiß, nicht zu den Geiern, sondern zu den Störchen, haben also einen den Geiern entsprechenden Merkmalskomplex unabhängig von diesen erworben, als sie in Südamerika stellenäquivalente (Stellenäquivalenz) ökologische Nischen zu den afrikanischen Geiern bildeten.

[Drucken] [Fenster schliessen]