Lexikon der Biologie

Leuchtorganismen



2:
Kurze Lichtblitze mancher planktischer Krebse schrecken Angreifer ab. Muschelkrebse der Gattung Cypridina können bei Erregung und Flucht Luciferin und Luciferase ins freie Wasser abgeben und so Feinde unter Zurücklassen einer Leuchtwolke ablenken, ebenso wie manche Kopffüßer der Tiefsee, die sich zur Irreführung von Angreifern statt in einer Tintenwolke in einer Wolke von Leuchtbakterien einnebeln. Reihen von Leuchtorganen auf der gesamten Bauchseite vieler kleiner pelagischer Fische wie der Leuchtsardinen und Tiefseesilberbeile (Großmünder) verwischen von unten gegen die hellere Wasseroberfläche gesehen deren Körperkonturen und entziehen sie so der Aufmerksamkeit größerer Raubfische. Dem gleichen Zweck dient eine Leuchtsymbiose des pazifischen Tintenfisches Euprymna scolopes: In einer ventralen Mantel-Aussackung beherbergt er eine dichte Population von Leuchtbakterien, die sich von dort kontinuierlich über die ganze Ventralseite ausbreiten und diese diffus erglimmen lassen. Die noch bakterienfreien Jungtiere nehmen diese Leuchtbakterien selektiv aus dem Seewasser auf.

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