Lexikon der Biologie

Lichtfaktor



Das standörtlich sehr unterschiedliche Lichtangebot (relativer Lichtgenuß) wird von einem breiten Spektrum von Lichtpflanzen (Heliophyten) und Schattenpflanzen (Schwachlichtpflanzen) ausgenützt. Das relative Lichtgenußminimum ist ein entscheidender Faktor der Vegetationsentwicklung. In den progressiven Sukzessionsreihen machen Lichthölzer wie Zitter-Pappel und Hänge-Birke (Lichtgenußminimum ca. 11%) den Anfang. Sie können sich in ihrem eigenen Schatten nicht mehr verjüngen und werden schließlich von Schatthölzern wie Stiel-Eiche (Lichtgenußminimum ca. 4%) oder Buche (ca. 1,6%) verdrängt. Die Ausbildung von Lianen und Gefäß-Epiphyten ist als „Flucht“ aus dem Schatten der Bäume zu verstehen. – In den Laubwäldern ändert sich die Beschattung des Bodens sehr stark mit der Jahreszeit. Im Frühjahr vor der Belaubung ist der relative Lichtgenuß am höchsten; er nimmt mit wachsender Belaubung rasch ab. Die Bodenvegetation ist in ihrem Entwicklungsrhythmus diesen Lichtverhältnissen angepaßt. Viele Laubwaldarten entwickeln sich nur im Frühjahr (Frühlingsgeophyten), andere nutzen die hellere Zeit im Herbst.

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