Lexikon der Biologie



Magen



Abb. 2:

Sekretion des Magensaftes: Die tubulären Drüsen der Magenschleimhaut sezernieren in den Nebenzellen Magenschleim, in den Hauptzellen Pepsinogen und in den Belegzellen Salzsäure. In den Belegzellen werden H+-Ionen aktiv mit Hilfe der ATPase (Adenosintriphosphatasen) im Austausch mit K+-Ionen (Kalium) in das Lumen gepumpt. H+-Ionen entstehen bei der Reaktion von CO2 (aus dem Metabolismus stammendes Kohlendioxid) mit H2O (Wasser). Die Reaktion wird durch das Enzym Carboanhydrase (CA) katalysiert. Dabei entsteht das instabile Dihydrogencarbonat, das sofort in H+- und Hydrogencarbonat-Ionen (HCO3; Hydrogencarbonate) zerfällt. HCO3 tritt entlang einem Konzentrations-Gradienten im Austausch gegen Cl (Chlor) ins Blut über. H+-Ionen, die durch die Dissoziation des Wassers entstehen, spielen gegenüber der Carboanhydrase-katalysierten Reaktion nur eine geringe Rolle. Gleichzeitig mit den H+-Ionen werden auch Cl-Ionen aktiv in den Magen sezerniert; es entsteht Salzsäure. Reguliert wird die Säureproduktion u.a. durch das Hormon Gastrin.

Der Magen ist nicht unempfindlich gegenüber der von ihm produzierten Salzsäure und den durch sie aktivierten proteolytischen Enzymen (Proteasen). Nur dadurch, daß das Pepsin als inaktive Vorstufe (Pepsinogen) gebildet und erst im Schutz des Speisebreis durch Salzsäure aktiviert wird, ist ein Schutz vor Selbstverdauung möglich. Gegen die eigene Salzsäure hilft eine ständig neu sezernierte alkalische Schleimschicht, welche die Salzsäure im Bereich des Magenepithels neutralisiert. Bei überschießender Salzsäureproduktion, die beim Menschen viele organische und psychische Ursachen haben kann, wird die Magenschleimhaut mehr oder weniger stark beschädigt. Ein Magengeschwür, das sich bis zum Magendurchbruch ausweiten kann, ist die Folge (Helicobacter).

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