Lexikon der Biologie



Myxomycetidae



Entwicklungszyklus eines Echten Schleimpilzes (z.B. Physarum polycephalum):

Aus der haploiden Spore (a) schlüpfen meist 2 Zoosporen (Myxoflagellaten), die 2 ungleich lange (akrokonte) Geißeln besitzen (b). Sofort oder nach mehreren Teilungen kopulieren 2 Zoosporen, und es entsteht eine diploide Zygote, die bald die Geißeln verliert (diploide Myxamöbe); anstelle der Zoosporen können aus den Sporen auch geißellose, haploide Myxamöben freigesetzt werden, oder die Zoosporen wandeln sich in Myxamöben um (c), ehe sie zur Zygote zusammenfließen (d). Die Zygote wächst unter Nahrungsaufnahme, und ihre Zellkerne teilen sich fortwährend mitotisch (e). Dadurch entsteht ein vielkerniges, ungegliedertes, amöboid-bewegliches Plasmodium (f und g). Bei ungünstigen äußeren Bedingungen (z.B. Trockenheit) kann sich das Plasmodium in ein hartes Sklerotium umwandeln. Verbessern sich die Wachstumsbedingungen, wird das Plasmodium zurückgebildet. Normalerweise schließt sich der vegetativen Plasmodium-Phase eine sexuelle Phase unter Bildung von Fruchtkörpern an, die in Stiel und Sporangium differenziert sind (h). In den Sporangien, die außen von einer Hüllschicht (Peridie) umgeben sind, entwickelt sich ein charakteristisches Netzwerk (Capillitium), zwischen dem sich die Sporen ausbilden (Innensporer): der diploide Kern von einkernigen Plasmaportionen teilt sich meiotisch; 3 Tochterkerne degenerieren, und nur 1 Kern überlebt und wird zum Sporenkern. Die haploiden Sporen sind von einer charakteristischen cellulosehaltigen Zellwand umgeben und werden beim Zerfall des Sporangiums freigesetzt.

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