Lexikon der Biologie

Narkose



Narkosestadien nach A.E. Guedel (Guedel-Schema):



1) Analgesiestadium:

Im Verlauf dieses Narkosestadiums verliert der Patient die Schmerzempfindung und am Ende dieser Phase das Bewußtsein.

2) Excitationsstadium:

Durch Hemmung übergeordneter motorischer Zentren im Gehirn kommt es zu einer Enthemmung der untergeordneten motorischen Zentren und damit zu einer motorischen Hyperaktivität, die sich in Muskelzuckungen und Schwanken des Blutdrucks und der Atemfrequenz äußert.

3) Toleranzstadium:

Bei erhaltener Kreislauf- und Atmungsfunktion kommt es zu einer Hemmung der Großhirnzentren und des Rückenmarks. In diesem Stadium sind keine Reflexe mehr zu beobachten, die Muskulatur ist erschlafft, die Pupillen sind geweitet, und die Atmung ist ruhig und regelmäßig. In dieser Phase der Narkose können Operationen durchgeführt werden.

4) Asphyxiestadium, paralytisches Stadium:

In dieser Phase kommt es zu einer Lähmung der vegetativen Zentren im verlängerten Mark. Ohne künstliche Beatmung droht Tod durch Herzstillstand.



Risikogruppen für Narkosen (ASA-Risikogruppen, nach der American Society of Anesthesiologists):



1) normaler, praktisch gesunder Patient

2) Patient mit leichter Allgemeinerkrankung

3) Patient mit schwerer Allgemeinerkrankung

4) Patient mit lebensbedrohlicher Erkrankung

5) moribunder Patient, mit dessen Tod innerhalb von 24 h gerechnet werden muß

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