Lexikon der Biologie

Narkotika



Nach der Art ihrer Applikation unterscheidet man:

1) Injektionsnarkotika: parenteral verabreichte Narkotika mit guter Lipidlöslichkeit. Die Wirkung dieser Narkotika tritt sehr rasch ein. Deshalb eignen sie sich zur Einleitung einer Narkose und für sehr kurze Narkosen. Zu den Injektionsnarkotika gehören: a) Barbiturate (z.B. Thiopental, Methohexital, Hexobarbital), b) Propanidid, c) Ketamin, d) Etomidat, e) Propofol, f) Benzodiazepine, g) Opioidanalgetika (Opium-Derivate), h) Xenon.

2) Inhalationsnarkotika: mit der Atemluft verabreichte Narkotika. Ihre Wirksamkeit beruht auf einer Interaktion mit lipophilen Membranteilen oder Strukturen membrangebundener Proteine, wobei zwischen Wirkstärke und Lipophilie eine enge Korrelation besteht. Die physiko-chemischen Eigenschaften der Inhalationsanästhetika bestimmen ihre Löslichkeit im Blut und beeinflussen somit ihre Steuerbarkeit: mit steigender Löslichkeit im Blut sind sie schlechter steuerbar, d.h., es dauert länger, bis zwischen dem Partialdruck in der Atemluft und der Wirkung (am Gehirn) ein Gleichgewicht hergestellt ist. Das gasförmige Lachgas ist schlecht im Blut löslich und flutet daher schnell an und ab. Alle anderen Inhalationsanästhetika sind flüssig und schlechter steuerbar. Zu den Inhalationsnarkotika gehören: a) Distickstoffmonoxid (Lachgas), b) fluorierte Verbindungen (Enfluran, Isofluran, Halothan, Desfluran, Sevofluran). Heute nicht mehr verwendet werden: Diethylether [Ether], Chloroform, Cyclopropan [Cycloalkane], Ethylen.

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