Lexikon der Biologie



Ovar



Abb. 1: Die Eierstöcke liegen beim Menschen im kleinen Becken beiderseits neben der Gebärmutter und sind durch ein Band mit dieser verbunden. Bei der geschlechtsreifen Frau haben sie etwa die Größe einer Pflaume. Der Eierstock besteht aus dem Mark und einer 1–2 mm dicken Rinde. In dieser entstehen mit Flüssigkeit erfüllte, etwa 1,5 mm große Bläschen, die Graaf-Follikel. In den Graaf-Follikeln liegt jeweils eine Eizelle, die im reifen Zustand einen Durchmesser von etwa 0,2 mm hat. Alle 4 Wochen, in der Mitte des Menstruationszyklus, platzt ein solcher Graaf-Follikel und setzt dadurch die Eizelle frei (Eisprung, Ovulation), die nun befruchtet werden kann (Befruchtung). Neben dieser generativen, der Fortpflanzung dienenden Funktion, haben die Eierstöcke auch eine vegetative Funktion, indem sie im Mark die weiblichen und in geringer Menge auch männliche Geschlechtshormone bilden, die für die psychosexuelle Entwicklung sowie für Schwangerschaft, Geburt und Milchbildung (Lactation) notwendig sind. Die Abb. zeigt einen Eierstock der Frau im Längsschnitt; rechts von oben nach unten Eireifung (Oogenese), links Follikelsprung und Gelbkörper (Corpus luteum), unten verschiedene Rückbildungsstadien eines Follikels (aF atretischer Follikel, Ca Corpus albicans, Ez Eizelle, Ge Gelbkörper, gF geplatzter Follikel, GF Graafscher Follikel, Kg Knäuelgefäße, Pf Primärfollikel, Rü Rückbildung des Gelbkörpers)

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