Lexikon der Biologie

Parasiten-Hypothese



Hamilton und Zuk schlugen ihre Hypothese vor, nachdem sie eine schwache, aber signifikante Beziehung zwischen dem Gefiederglanz (brightness) von Männchen und Weibchen, dem Gesang der Männchen und den Anzeichen einer chronischen Infektion mit verschiedenen Blutparasiten bei einem Vergleich von 109 nordamerikanischen Singvogelarten entdeckt hatten. Die Arbeit löste eine Vielzahl von Untersuchungen über den Einfluß von Parasiten auf Entwicklung und Ausprägung sekundärer sexueller Merkmale bei Männchen aus. Vom ursprünglichen interspezifischen Vergleich wurde die Hypothese später auch auf den intraspezifischen Vergleich ausgedehnt. Die Hypothese sagt voraus, daß im Falle von Weibchenwahl die Stärke der Parasitierung innerhalb einer Art u.a. negativ korrelieren sollte mit dem Fortpflanzungserfolg des Männchens und dem Grad der Ausprägung des Merkmals (je mehr Parasiten, desto schwächer ausgeprägt das Merkmal bzw. desto geringer der Fortpflanzungserfolg). Elegante Untersuchungen, welche die Hypothese zumindest teilweise unterstützen, liegen zu Stichlingen (Gasterosteus aculeatus) und zu Rauchschwalben (Hirundo rustica; Schwalben) vor.

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